Wir verwenden Cookies und geben Informationen zu Ihrer Nutzung an Drittanbieter weiter, um Anzeigen zu personalisieren, den Traffic auf diese Website zu analysieren und Dienste für soziale Medien anbieten zu können. Durch Benutzung unserer Website akzeptieren Sie unsere Richtlinien zur Verwendung von Cookies. Klicken Sie hier für weitere Details
Zurück

Mit dem Mietwagen durch die Türkei – Die schönsten Routen ab Antalya

Warum Antalya der perfekte Startpunkt für einen Roadtrip ist

Antalya ist keine gewöhnliche Urlaubsstadt. Ja, es gibt die Strandhotels, die Wasserparks, die endlosen Buffets. Aber dahinter – da fängt die eigentliche Türkei erst an. Wer einmal hinter den Kulissen der Riviera geschaut hat, weiß: Dieses Land lässt sich zu Fuß oder mit dem Bus schlicht nicht vollständig entdecken. Zu weit abgelegen sind die antiken Stätten, zu kurvenreich die Bergstraßen, zu still die Buchten, die kein Reisebus jemals anfährt.

Antalya ist dabei der logischste Ausgangspunkt überhaupt. Direktflüge aus Deutschland in rund drei Stunden, ein internationaler Flughafen mit allen renommierten Anbietern vor Ort – und drumherum eine Landschaft, die förmlich nach Erkundung schreit. Wer in Antalya startet, hat die Türkei nicht nur gebucht, sondern wirklich zur Hand.

Route 1: Die Lykische Küste – Türkis, Ruinen und stille Buchten

Diese Strecke gilt unter Reisenden als eine der schönsten Küstenfahrten Europas – und das ist keine Übertreibung. Von Antalya westlich über Kemer, Olimpos, Kaş bis nach Fethiye: rund 300 Kilometer, die sich wie ein Gemälde entfalten.

Was diese Route so besonders macht

Die sogenannte Türkisküste verdankt ihren Namen nicht dem Marketing, sondern dem Meer selbst. Das Wasser schimmert in einem Blaugrün, das man in Nordeuropa schlicht nicht kennt. Dazu kommen:

  • Olimpos: Eine antike lykische Stadt direkt am Strand – Eintritt frei, Touristen rar, Atmosphäre unvergesslich
  • Kaputaş Beach: Eine kleine Bucht, erreichbar über 187 Stufen – wer den Abstieg scheut, schaut zumindest vom Aussichtspunkt
  • Kaş: Griechische Architektur mitten in der Türkei, enge Gassen, kaum Massentourismus
  • Ölüdeniz: Die berühmte Blaue Lagune – Postkartenmotiv und Realität in einem

Reisejournalistin Nina Bergfeld beschreibt es treffend: „Wer die Lykische Küste einmal mit dem Auto abgefahren hat, versteht, warum Menschen hierher zurückkehren – immer wieder.“

Die Straßen sind gut ausgebaut, kurvig zwar, aber befahrbar. Ein Kompaktwagen reicht völlig aus – und macht das Einparken in den kleinen Dörfern deutlich angenehmer. Wer dafür einen mietwagen Antalya übernimmt, ist auf dieser Strecke vom ersten Urlaubstag an maximal flexibel.

Route 2: Ins Landesinnere – Pamukkale, Kalkterrassen und ein Hauch Weltgeschichte

Rund 200 Kilometer nördlich von Antalya liegt eine der bizarrsten Landschaften der Welt. Pamukkale – wörtlich „Baumwollburg“ – ist eine natürliche Formation aus weißen Kalkterrassen, durch die warmes Mineralwasser fließt. Der Anblick erinnert an einen gefrorenen Wasserfall, der nie schmilzt.

Was viele nicht wissen: Direkt neben Pamukkale liegen die antiken Ruinen von Hierapolis, einer griechisch-römischen Kurstadt, die schon vor 2.000 Jahren für ihre Heilquellen bekannt war. Das Nebeneinander von Natur und Geschichte macht den Abstecher fast verpflichtend.

Die Fahrt ab Antalya dauert etwa drei Stunden – ideal als Übernachtungsstopp auf einer längeren Rundreise. Reiserouten-Experten empfehlen, mindestens zwei Tage einzuplanen: einen für Pamukkale, einen für die umliegenden Dörfer, die kaum jemand kennt.

Route 3: Kappadokien – Felsformationen, Heißluftballons und Stille

Wer mehr Zeit mitbringt – zehn Tage oder länger – der kommt an Kappadokien nicht vorbei. Die bizarre Vulkanlandschaft im Herzen Anatoliens ist rund 700 Kilometer von Antalya entfernt. Zu weit für einen Tagesausflug, aber perfekt als Herzstück einer großen Rundreise.

Kappadokien ist einer jener Orte, die man fotografiert hat, bevor man ihn je gesehen hat. Die Fee-Schornsteine (türkisch: peri bacaları) – spitze Tuffstein-Formationen, die wie Pilze aus dem Boden wachsen – sind weltbekannt. Weniger bekannt: die unterirdischen Städte von Derinkuyu oder Kaymaklı, in denen frühe Christen Jahrhunderte lang lebten.

Zum Sonnenaufgang mit dem Heißluftballon über die Canyons zu schweben, ist kein Klischee – es ist eines jener Erlebnisse, die man mit nach Hause trägt, lange nach dem Urlaub.

Praktische Hinweise für Kappadokien

  • Anreise ab Antalya: ca. 7–8 Stunden Fahrt oder günstiger Inlandsflug nach Kayseri
  • Beste Reisezeit: April bis Juni und September bis Oktober (milde Temperaturen, weniger Andrang)
  • Ballonfahrt: Frühzeitig buchen, besonders zur Hauptsaison
  • Unterkunft: Höhlenhotels in Göreme – ein Erlebnis für sich
  • Mietwagen: Vor Ort für Tagesausflüge sinnvoll, da viele Sehenswürdigkeiten abgelegen liegen

Was man beim Fahren in der Türkei wissen sollte

Keine Panik – die Straßen sind besser als ihr Ruf. Schlaglöcher? Selten. Schotterstraßen gibt es vereinzelt in abgelegenen Regionen, sind aber problemlos befahrbar. In den Städten selbst – besonders in Antalya oder Izmir – ist der Verkehr lebhaft, manchmal chaotisch. Der Tipp vieler Reisender: In der Stadt parken, zu Fuß erkunden. Den Mietwagen für die Strecken dazwischen nutzen.

Ein paar Regeln, die sich unterscheiden oder besonders wichtig sind:

  • Promillegrenze: 0,5 – wie in Deutschland
  • Gurtpflicht auf allen Plätzen: Ja, auch hinten
  • Tanken: In der Türkei tankt häufig das Personal – einfach vorfahren, Fenster runter, gewünschten Betrag nennen
  • Kreditkarte: Wichtig für die Kaution beim Mietwagen – Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung empfehlenswert

Übrigens: Laut Reisedaten des Deutschen Reiseverbands hat sich die Zahl der deutschen Türkei-Urlauber, die auf Mietwagen setzen statt auf geführte Bustouren, zwischen 2020 und 2024 mehr als verdoppelt. Freiheit und Flexibilität sind eben nicht verhandelbar – zumindest nicht im Urlaub.

Zum Schluss: Vier Räder, tausend Möglichkeiten

Die Türkei ist ein Land, das sich dem passiven Betrachter entzieht. Wer nur am Strand liegt, sieht das Land durch Frosted Glass – gedämpft, unscharf, irgendwie weit weg. Wer aber losfährt – mit dem Fenster unten, ohne festen Plan, auf einer dieser Küstenstraßen, die mal schmal, mal halsbrecherisch, immer atemberaubend sind – der erlebt etwas anderes.

Antalya ist dabei nicht das Ziel. Antalya ist der Schlüssel. Wer dort landet, den Mietwagen abholt und einfach fährt, merkt schnell: Die schönsten Orte stehen in keinem Reiseführer. Sie liegen irgendwo zwischen zwei Hügeln, neben einer Tankstelle, deren Personal einen anlächelt und fragt, woher man kommt.

Für einen ersten Roadtrip empfiehlt sich die Lykische Küste – sieben bis zehn Tage, gemäßigtes Tempo, viel Spontaneität. Für Entdecker mit mehr Zeit wartet Kappadokien. Und für alle, die einfach mal schauen wollen, was hinter der nächsten Kurve liegt: genau das ist der Grund, warum man sich einen Mietwagen bucht.